Ein mächtiges Gefühl

Mitten in der Nacht erwacht,
endlich die Worte wieder gefunden.
Du bist auch da, als wäre Nichts geschehen.
Wach bist Du für mich und meine Freude,
lachend auch wenn Dir vielleicht zum Weinen ist.
Eine Hilfe für meinen Neubeginn mit mir.
Mir ist jetzt mitten in der Nacht,
leicht ums Herz und meine Augen lachen.
Wörter fliegen mir zu und wollen in die Welt.
Altes verblasst und wird schwarz/weiß
Neues erscheint bunt in vielen neuen Farben.
Du hast Farben dabei, malst mein Schwarz an,
wie so viele Male zuvor.

Wer bin ich, dass ich das nicht sehen könnte?
Wer bin ich, dass ich es verbergen wollte?
Ich bin nur Ich, die in Farben badet,
um ihr Schwarz darin zu ertränken.
Wer bist Du, dass Du mit mir ins Gericht gehst?
Wer bist Du, dass Du so frei zu mir sprichst?
Du bist nur Du, der die Farben anrührt
und dabei liebevoll die Nadeln setzt die mich stechen.

Das ist es was Liebe ausmacht,
kein Machtgefühl
kein Machtkampf
einfach ein mächtiges Gefühl.

San, 15.07.2010

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Von allen Seiten

Ja
Sie
Lieben
eine Mär?
vielleicht doch,
dachte ich mir still
und sprach nicht mehr.
Mein Lächeln sagt mir, hier
sind es auch nur Worte die mal
mehr mal weniger sich reimen, da
möchte ich gerne auch fühlen mich so
hinein, um ganz dabei zu sein. Schwebe
liebkost von deinen Worten durch den Tag
und es sind nicht Schiller und Lessing die ich
meine. Sind eben diese die ich nicht zu schreiben
vermag, doch mein Ohr diese Nacht, diese Glocke
hörte, dich nicht störte und leise nur schwieg nur
um deinen Worten zu lauschen, dabei habe ich
gedacht, möchte Dir danken und sagen, doch
schwieg ich weiter tief in mir angekommen
zu kosten, von diesem Gefühl der Zwei, ja!
Sag sprachst Du mit mir, war es nur ein
Traum der mich hielt und sprach, mir
Bilder in meine Seele und wärmte.
Wo nur begann diese Nacht wo?
Wird sie enden irgendwann?
Wann erwache ich nur?
Wer wir mich leiten?
Wo ist der Grund?
Ich liebe Dich
von allen
Seiten
sehr
Ja

San, 24.11.2009

 

In der Liebe

Wertigkeit verliert ihren Anspruch,
in der Liebe.
Wut entkrampft und heult,
in der Liebe.
Zeit verliert sich,
in der Liebe.
Ziele erneuern sich,
in der Liebe.
Horizonte erweitern sich,
in der Liebe.
Gefühle verzetteln sich,
in der Liebe.
Wachsen werde auch ich,
in der Liebe.
In der Liebe findet sich,
was sich nicht sucht
in der Liebe…

San, 26.07.2010

Unser Weg führt zum Fluss

Eine Grille zirpt auf deiner Hand,
verharrt, sieht uns an.
Die Raupe in deiner Handfläche,
trägt stolz ihren Pelz, angstfrei.
Der Käfer, nur fünf Beine,
hinkt über deinen Arm,
bis zu deiner Schulter.
Ein langer Weg, für einen Käfer.

Wir laufen lange Wege,
auf der Suche nach dem Fluss.
Manche Wege gehen wir zwei Mal,
weil wir ihr Geheimnis ergründen wollen.
Wir schreiten mutig voran,
bis die Sonne sich aus dem Nichts,
im Wasser spiegelt.
Ein Lächeln erhellt unsere Gesichter.

Deine Hand streckt sich mir entgegen,
mein Knie strahlt.
Zu lange, musste es sich gedulden.
Du bremst mich nicht,
hilfst mir jeden Berg hinauf.
Wir marschieren, Stunden,
auf der Suche nach der gefühlten Freiheit,
bis sie uns auf einmal umschließt.

Unser Weg wird klar wie das Wasser,
unsere Schritte verlangsamen sich,
werden ruhiger, bedächtiger im Takt.
Leise knirscht der Boden unter den Füßen,
Spinnweben zaubern Kunstwerke in die Luft.
Wie sammeln jeden dieser wertvollen Momente auf,
die für uns Schätze sind.

Wenn ich mich daran erinnere wird es mir leicht.
Ich möchte es Dir sagen.
Doch Worte haben jetzt keinen Platz.
Deine Augen sagen mir, was ich wissen muss.
Wir gehen denselben Weg,
betrinken uns gemeinsam an Augenblicken,
was es ist, wollen wir nicht hinterfragen.
Zeit, haben wir mitgebracht,
schenken sie einander.

Leicht; wollen wir es uns nicht machen,
aber das Gewicht des Anderen eine Weile tragen.
„Ich liebe Dich wenn Du weich bist“,
ist der Satz, den wir zeitgleich in den Raum werfen,
wir lachen, während der Boden unter uns nachgibt.

Unser Weg führt zum Fluss und von da, zur Quelle.

San, 08.08.2010

 

 

Ein letzter Spaziergang im Wald

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Die Zweifel verflogen schnell,
als die Sonne auf uns schien.
Es war still und leise,
sanfte Töne aus den eigenen Reihen,
wundervolle Gedanken die sich trafen,
in der kleinen Kapelle im Wald.

Dein Wald der uns Kraft gab,
auch den heutigen Weg zu gehen.
Dein Enkel an meiner Seite,
mit mir, neben mir und bei Dir
Ein Tag voller Emotionen und doch
so leicht.

Dein Leben ein Schweres,
Deine Krankheit das Schwerste,
was wir gemeinsam erleben mussten.
Leicht der Tod, der Dich befreit hat.
Leicht der Flug deiner Seele,
die am Ende einer lebenslangen Suche,
angekommen ist.

Ich liebe Dich Paps,
für all die Wege, die ich mit Dir gehen durfte,
für die Emotionen, die Du mit mir geteilt hast,
für deine Stärke, die ich nun in mir spüre.
Danke, dass Du mir auch am heutigen Tag,
deine Hand gereicht hast,
wie zu unserer ersten Waldwanderung,
hast Du mich geleitet.

Ein letztes Mal, habe ich deinen Arm um meine Schulter gespürt.
Es war ein sanfter Abschied,
leise und still.

San, 24.04.2010
Gedanken zur Beerdigung meines Vaters

Emotion

E motion enthüllte sich
an einem Freitag still.
Sie spiegelte ganz leise mich
und hatte ihren eigenen Stil

M omente wie Sekunden glitten
an meiner Haut vorbei.
Noch meine Gedanken stritten,
da waren sie schon wieder frei.

O hnmacht war was ich dann fühlte
doch die war schnell vorbei.
Ich mich um meine Fassung mühte
und Du, Du  warst dabei.

T rauer tief und schwer empfunden
dann die Sonne kam hervor.
Ließ mich Gefühle still erkunden
ich war nun schlauer als zuvor.

I nnigkeit ist draus entwachsen
und ich fühle mich daheim.
So ist aus einem ICH erwachsen
ein WIR und findet hier sein Heim.

O ffenheit das war das Passwort,
das öffnete die Tür zu DIR
Du zeigtest mir mit jedem Wort,
Du gehörst wohl gar zu mir.

N eugierde die zeigt sich nun,
durchpflügt des Anderen Sein.
Wir werden nicht rasten und nicht ruhn,
bis wir finden unser Heim.

 

San, 30.11.2009

Yves Montand – Les Feuilles Mortes

Meine SANduhr

Es ist das Jahr,
das in Tage und Stunden,
dann in Minuten zerfällt.
Oft sind es Sekunden,
die den Saal meiner Erinnerungen,
in helles Licht tauchen.
Wenn sie ihre Filme spielen,
vergesse ich die Zeit.

Das Jetzt und Hier wärmt sich,
an der Liebe die mein Jahr begleitet.
So schaue ich dem Wunder des Lebens zu,
erwarte das nächste Jahr,
vergesse weil auch ich älter werde.
Doch die Sekunden meines Lebens,
setzen sich immer wieder zusammen,
so werden aus Minuten Stunden,
aus Monaten Jahre,
voller Liebe.

Sorgsam hüte ich meine Sekunden,
denn sie erzählen mir mein Leben,
schenken mir das Gefühl,
Mensch zu sein.

San, 27.12.2010