Ich bin es Dein Herz

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Ich bin es Dein Herz – Roger Stein

Danke für ein berührend anklopfendes Konzert am 28.10.2016 in Aschaffenburg.

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Gedankensplitter 6

Nicht jedes Musikstück kommt an Dich ran,
vielleicht ist es nicht Teil deines Lebens.
Nicht jedes Bild kommt durch dein Auge in Dich hinein,
vielleicht fehlt Dir dieses Puzzlestück nicht.
Nicht jeder Vers trifft deinen Nerv,
wie denn auch, Du liest ihn mit deinen Augen,
vor dem Hintergrund deines Lebens.

Jeder Vers den Du liest und der mit Dir spricht,
ist ein Wegbegleiter.
Jedes Bild das Dich in Form, Farbe oder Ausdruck berührt,
ist ein Wegbegleiter.
Jedes Musikstück das sich in deiner Seele verfängt,
ist ein Wegbegleiter.

Die Kunst ist eine der schönsten Formen,
den Menschen verstehen zu lernen
und damit sich selbst, ein Stück näher zu kommen.

Darum nimm Dir und den Menschen nicht die Kunst,
auf unterschiedlichste Art miteinander zu kommunizieren.
Denn dafür wurde sie uns geschenkt.

San, 2010

Gedankensplitter 5

Gedankensplitter 4

Gedankensplitter 3

Gedankensplitter 2

Gedankensplitter 1

Gedankensplitter 5

Erkennen macht den Menschen
gibt ihm Form und Halt.
Halte Dich in deiner Form,
doch bleib formbar.
Glauben in Dir lässt Dich finden.
Nicht immer was Du gesucht hast,
aber eben das was Dich ausmacht.
Sei in Dir und mit Anderen sanft.

Kampf führt nicht zu Liebe
aber Liebe macht jeden Kampf
irgendwann überflüssig.

San, 2010

Gedankensplitter 4

Gedankensplitter 3

Gedankensplitter 2

Gedankensplitter 1

 

Gedankensplitter 4

Eine Wolke,
klein, dumm wie ein Schaf,
schwebte über uns.
Du wie der Hirtenknabe,
ausgestreckt auf der Wiese,
die Augen gen Himmel.
„Dunkel sind die Wolken“,
flüsterst Du.
„Hell ist das Licht darüber“,
erwidere ich.
Recht hatten wir wohl Beide.
Kein Schaf ist so dumm,
wie es uns auf den ersten Blick erscheint.
So trabte das Schaf dahin,
weitere folgten,
liefen vorbei und verschwanden.
Wir lagen noch immer auf der Wiese.
Du, wie der Hirtenknabe.
Ich, als gehöre ich nicht in dieses Bild.

San, 2010

 

Gedankensplitter 3

Gedankensplitter 2

Gedankensplitter 1

 

 

Dub FX, 21.10.2016, Frankfurt am Main, Batschkapp

22.10.2016, 1 Uhr am Morgen

Körperfunktionen: erste Bestandsaufnahme nach langer Konzertnacht

Tennisbälle unter den Füßen.(Eher vier als zwei)
Die Füße selbst tanzen gefühlt noch immer, zumindest in unserer Vorstellung. Wir überlegen derweil, wie wir unsere angeschlagenen Knochen mit den anderen, die im Schnitt 20-30 Jahre jünger sind als wir, aus der Halle bewegen sollen.
Wir wissen jetzt genau wo das Brustbein sitzt, denn zwischenzeitlich
hat es versucht, vom Bass getragen, den Körper frei schwingend zu verlassen.
Die Steigerung von extremer Hitze, können wir am eigenen Leib
mit gezielten Gänsehaut-Anfällen unter Kontrolle halten.
Vor Freude strahlende Augen sind nicht gleichzusetzen mit
einem irren Blick. Wir strahlen immer so, auch wenn wir nicht ständig
von Strahlern getroffen werden.
Kein Schminkverlust, somit auch kein Gesichtsverlust.
Schon schlau, wenn man gleich ungeschminkt los zieht.
Reflexe 1A, auch nach 4 Stunden im Dauertest.
Augenlider legen sich sanft über die letzten Töne.
Nur gut, dass mein Fahrer Streichhölzer dabei hat und wir so bis nach Hause kommen.

22.10.2016, 2 Uhr im Bett angekommen

Wahnsinn, wer hat die Musik angemacht? Keine an?
Und das ganz ohne Drogen. Irre.
War ich eben noch müde, so möchte ich jetzt gerne weiter tanzen.
Mach ich, mit offenen Augen und träume, bis mich mein
zuckendes, irgendwann mal operiertes, Knie weckt. Ganz schön groß so im Vergleich zu Knie Nr. 2.
Egal, der gefühlte Bass trägt mich wieder in den Schlaf.

22.10.2016, 7 Uhr

Augen klappen von alleine auf. Wie schön.
Bei dem Versuch wie gewohnt aus dem Bett zu steigen habe ich wohl meinen Körper vergessen, der liegt immer noch da wo ich ihn zuletzt abgelegt habe. Ich gehe zurück und hebe ihn an. Wow, Zementsack. Arme und Beine wenden sich der Bettkante zu. Das sah gestern aber noch erheblich eleganter aus. Treppe, könnte man heute auch auf dem Hintern runter rutschen, ginge sicher schneller.
Wer hat eigentlich die Flügel in meine Schulterblätter gerammt? Fliegen möchten die auch nicht, hängen nur zentnerschwer auf meinem Rücken.
Irgendwann, man soll es nicht glauben, habe ich die gefühlt 100kg schwere Kaffeekanne gefüllt.
Stunden später Geräusche am Treppenabsatz. Da ächzt aber Jemand ganz schön. Ich stehe unten an der Treppe und schaue breit grinsend, wie ein zweiter Alien versucht, die Treppe herab zu stolpern.

22.10.2016 kurze Zeit später

Neue Erkenntnis: Ich bin nicht allein. Es gibt noch mehr meiner Art.
Wir tragen uns durch den Tag, wer kann macht und gleichen die knackenden Geräusche unserer Restbestandteilkörper ab.
So viel wie an diesem Tag haben wir lange nicht mehr gelacht und
so ein Konzert schon eine Weile nicht mehr erlebt.

24.10.2016, 20:45 Uhr

Irgendwann werden wir 50 Jahre alt sein und nichts wird uns davon abhalten, die Musik die uns anspricht auch zu erleben.

Gespannt sind wir, wie der nächste Körperfunktionstest ausfallen wird. Bis dahin werden wir tanzen was das Zeug hält. Eben solange unsere Beine uns tragen, unsere Herzen den Takt finden und wir glücklich lachen.

Und während ich das schreibe wird mir klar, warum ich noch heute so extrem gute Laune habe…..und warum  wir nächstes Mal ganz sicher im Vorfeld Bananen essen für den Mehrbedarf an Magnesium so einer Nacht.

So Are You – Dub FX

Brummi auf Reisen

Es sind Tage wie diese oder auch Geschichten auf einem anderen Blog, in diesem Fall dem von Gabi Saler, der mich an eine eigene Geschichte erinnert hat.
Herzlichen Dank Dir fürs Erinnern.

So mag ich Euch heute ein kleines Abenteuer meiner Kindheit mitbringen.

Die Geschichte nahm ihren Anfang an einem regnerischen Tag im guten alten England.
Wir, wieder einmal meine Mama, mein Papa, meine Großmutter, und dieses Mal auch meine große Cousine waren auf dem Weg nach Schottland.
Meine Großmutter und meine Cousine wollten wir erst später am Flughafen abholen, so dass wir nur zu dritt im Auto waren. Ich war noch ziemlich klein. Mein Vater, ein nebenbei gesagt, begnadeter Autofahrer, der mit der Gelassenheit eines Elefanten schon so manche Passstraße bezwungen und auch schon andere Länder mit uns unsicher gemacht hatte, kam nun mit dem spontanen Seitenwechsel doch ein wenig ins Schwitzen.
So fuhren wir an die Grenze. Meine Mutter nervös, denn schließlich war der Rest der Familie noch in der Luft, mein Vater mit sich und der Reiseroute beschäftigt, und ich saß hinten im Auto und bestaunte das neue Land, in dem wir gerade erst angekommen waren.
Mein Vater zockelte im Schritttempo voran bis uns ein freundlich gestimmter Zollbeamter nach den Ausweisen fragte. Meine Mutter schob sie zum Fenster hinaus, wir lächelten alle brav und da geschah es:
„Könnte ich bitte auch den Ausweis der vierten Person im Auto sehen“, donnerte uns plötzlich die eben noch so freundliche Stimme an.
„Wir sind nur zu Dritt.“ antwortete mein Vater.
Zum Glück war sein Englisch ebenso schlecht wie sein Französisch, so dass uns die üblichen Witze meines Vaters darüber, dass der vierte Mann auch nicht tot im Kofferraum liegt, erspart blieben.
Verwirrt sahen wir drei uns an, als der freundliche Beamte uns nun schon wesentlich unfreundlicher aus dem Auto zitierte. Meine Eltern stiegen aus. Ich aber sollte erst mal sitzen bleiben, was ich auch brav tat. Eingeschüchtert krallte ich mich an meinem Lieblings-Teddy fest, als der Zollbeamte, mittlerweile echt ungehalten, die Anweisung gab, dass die zwei hinten im Auto nun aber bitte sofort ebenfalls aussteigen sollten. Ich bekam es mit der Angst zu tun, während ich seiner Zeichensprache folgend, vorsichtig aus dem Auto kletterte. Brummi, den überlebensgroßen Bären, ließ ich dabei nicht los und
langsam rutsche ich mit meinem geliebten Fellknäuel vor die Füße des Briten.
So schnell wie wir aus dem Auto glitten, breitete sich plötzlich ein Lächeln über das Gesicht des Mannes aus. Dann lief er rot an, während er zugab, dass er meinen Brummi doch tatsächlich für einen Menschen gehalten hatte.
Dann sah er mich an und meinte: „Aber einen Pass hat dein Freund trotzdem nicht oder?“
Mein Vater übersetzte und ich schüttelte nur traurig den Kopf. Der wollte doch nicht etwa meinen Brummi nicht in dieses komische Land lassen, schoss es mir durch den Kopf. Nein, das würde ich zu verhindern wissen und wenn ich mich dafür an den Bären ketten müsste. Während meine Gedanken meine Augen Blitze werfen ließen,
lachte der Mann amüsiert auf. „Na, das werden wir jetzt ändern,“ mit diesen Worten verschwand er. Als er kurz darauf wieder kam, hatte er einen Pass für den Bären dabei und überreichte ihn mir stolz. Er wünschte uns eine gute Fahrt und winkte uns noch hinterher.

Als wir ein paar Kilometer weiter gefahren waren, drehte sich meine Mutter zu mir um.
„Eins sag ich Dir, Fräulein. Wenn ich das nächste Mal sage, es geht aber nur ein kleines Tier mit auf Reisen, wirst Du gefälligst auf mich hören!“ Doch während sie noch polterte, sah ich sie schon schmunzeln.
Jedenfalls erzählten wir die Geschichte von Brummi und dem Pass oder wie ein Bär nach England reiste, jedem, der sie hören wollte oder auch nicht.
So ist eben heute der Tag gekommen, an dem ich sie Euch erzählt habe.
Übrigens, Brummi hat noch heute einen Ehrenplatz im Musikzimmer meiner Mutter und der Pass des Bären steckt als Trophäe in einem der vielen Fotoalben.
Brummi selbst erfreut sich bester Gesundheit und ist in die alten Schlafanzüge meines Sohnes hinein gewachsen. Seine schwarze Schnauze mussten wir allerdings viele Male suchen und neu annähen. Drei Generationen haben bis heute ab und an einmal ein Tränchen in seine starken Schultern geweint. Und er, weit gereist wie er ist, lächelt milde und brummelt, wie in alten Tagen, leise vor sich hin.

Und nur für den Fall das jemand die Geschichte nicht glauben mag, anbei ein Bild der Einreiseerlaubnis meines Bären ins Vereinigte Königreich aus dem Jahre 1979.

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