Von allen Seiten

Ja
Sie
Lieben
eine Mär?
vielleicht doch,
dachte ich mir still
und sprach nicht mehr.
Mein Lächeln sagt mir, hier
sind es auch nur Worte die mal
mehr mal weniger sich reimen, da
möchte ich gerne auch fühlen mich so
hinein, um ganz dabei zu sein. Schwebe
liebkost von deinen Worten durch den Tag
und es sind nicht Schiller und Lessing die ich
meine. Sind eben diese die ich nicht zu schreiben
vermag, doch mein Ohr diese Nacht, diese Glocke
hörte, dich nicht störte und leise nur schwieg nur
um deinen Worten zu lauschen, dabei habe ich
gedacht, möchte Dir danken und sagen, doch
schwieg ich weiter tief in mir angekommen
zu kosten, von diesem Gefühl der Zwei, ja!
Sag sprachst Du mit mir, war es nur ein
Traum der mich hielt und sprach, mir
Bilder in meine Seele und wärmte.
Wo nur begann diese Nacht wo?
Wird sie enden irgendwann?
Wann erwache ich nur?
Wer wir mich leiten?
Wo ist der Grund?
Ich liebe Dich
von allen
Seiten
sehr
Ja

San, 24.11.2009

 

In der Liebe

Wertigkeit verliert ihren Anspruch,
in der Liebe.
Wut entkrampft und heult,
in der Liebe.
Zeit verliert sich,
in der Liebe.
Ziele erneuern sich,
in der Liebe.
Horizonte erweitern sich,
in der Liebe.
Gefühle verzetteln sich,
in der Liebe.
Wachsen werde auch ich,
in der Liebe.
In der Liebe findet sich,
was sich nicht sucht
in der Liebe…

San, 26.07.2010

Unser Weg führt zum Fluss

Eine Grille zirpt auf deiner Hand,
verharrt, sieht uns an.
Die Raupe in deiner Handfläche,
trägt stolz ihren Pelz, angstfrei.
Der Käfer, nur fünf Beine,
hinkt über deinen Arm,
bis zu deiner Schulter.
Ein langer Weg, für einen Käfer.

Wir laufen lange Wege,
auf der Suche nach dem Fluss.
Manche Wege gehen wir zwei Mal,
weil wir ihr Geheimnis ergründen wollen.
Wir schreiten mutig voran,
bis die Sonne sich aus dem Nichts,
im Wasser spiegelt.
Ein Lächeln erhellt unsere Gesichter.

Deine Hand streckt sich mir entgegen,
mein Knie strahlt.
Zu lange, musste es sich gedulden.
Du bremst mich nicht,
hilfst mir jeden Berg hinauf.
Wir marschieren, Stunden,
auf der Suche nach der gefühlten Freiheit,
bis sie uns auf einmal umschließt.

Unser Weg wird klar wie das Wasser,
unsere Schritte verlangsamen sich,
werden ruhiger, bedächtiger im Takt.
Leise knirscht der Boden unter den Füßen,
Spinnweben zaubern Kunstwerke in die Luft.
Wie sammeln jeden dieser wertvollen Momente auf,
die für uns Schätze sind.

Wenn ich mich daran erinnere wird es mir leicht.
Ich möchte es Dir sagen.
Doch Worte haben jetzt keinen Platz.
Deine Augen sagen mir, was ich wissen muss.
Wir gehen denselben Weg,
betrinken uns gemeinsam an Augenblicken,
was es ist, wollen wir nicht hinterfragen.
Zeit, haben wir mitgebracht,
schenken sie einander.

Leicht; wollen wir es uns nicht machen,
aber das Gewicht des Anderen eine Weile tragen.
„Ich liebe Dich wenn Du weich bist“,
ist der Satz, den wir zeitgleich in den Raum werfen,
wir lachen, während der Boden unter uns nachgibt.

Unser Weg führt zum Fluss und von da, zur Quelle.

San, 08.08.2010

 

 

Der Fünf-Punkte-Plan

IMG_20160928_095838893_BURST000_COVER (7).jpg

Foto vom 28.09.2016

Da sitzt Du in der obersten Ecke im Bad. Dein Körper tief vergraben im immergrünen Efeu.
Eine zarte Staubschicht verleiht Patina, die davon erzählt wie lange Du bei uns bist.

Als ich meine Hand auf deinen glänzenden Rücken lege, beginnst Du wild zu rotieren, trägst meine Gedanken zurück. Ich erinnere mich wie Du damals ziellos wie ich, auf wackeligen Beinen durch die toten Räume gewandert bist.

Ganz sacht setze ich Dich zurück, zähle wie immer deine fünf Punkte nach.
Das fünfte Jahr der neuen Zeitrechnung steht vor der Tür.
Wir die wir Dich lieben sind angekommen und Marienkäfer bringen Glück!

San, 07.07.2012

Der wackelige Gesell hat auch heute noch seinen Ehrenplatz bei uns und ist mittlerweile
10 Jahre alt.

 

Als mein Spiegel mich fand

Gestern sah ich mich,
im Schein einer Kerze,
im Spiegel.
Als ich mit mir sprach,
blieb ich stumm,
sah mich nur an.
Ich sehe mich mit meinen Augen,
sehe die Zerbrechlichkeit,
hinter den Lidern,
die ihren Vorhang zu ziehen,
wenn zu viel Emotion kommt.
Doch jetzt stehe ich stark,
innerlich warm öffne ich mir.

Lange stand ich da,
einfach so,
bis ich mit meinem Spiegelbild
verschmolz.
Als die Kerze verlischt,
bin ich angekommen.

San, 25.11.2010

Und gestern im Wald traf ich mein Bild zu diesem Gefühl wieder

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Meine Tauchgänge

In Emotionen versunken,
bleibt der Blick klar.
Es sind Gefühle die mich tragen,
Gedanken die mich stärken,
Liebe die mich trägt.
Manchmal rücke ich ab,
von der Welt,
bleibe verborgen in mir.
Schutz suchend halte ich mich,
bis ich die Stärke wieder finde.
In Emotionen versunken,
sind es die kleinen Gesten,
die bei mir ankommen.
Wenn ich mich dann wieder öffne,
strahle ich im Innen,
leuchte ich im Außen,
will Signalfeuer sein,
für Jene die aus dem Innen,
nicht heraus finden.
In Emotionen versunken,
wird mir klar,
wie reich beschenkt ich bin,
meine Tauchgänge,
selbst zu bestimmen.

San, 17.03.2011

Antony and The Johnsons – The Lake

Ein letzter Spaziergang im Wald

20110731_124129

Die Zweifel verflogen schnell,
als die Sonne auf uns schien.
Es war still und leise,
sanfte Töne aus den eigenen Reihen,
wundervolle Gedanken die sich trafen,
in der kleinen Kapelle im Wald.

Dein Wald der uns Kraft gab,
auch den heutigen Weg zu gehen.
Dein Enkel an meiner Seite,
mit mir, neben mir und bei Dir
Ein Tag voller Emotionen und doch
so leicht.

Dein Leben ein Schweres,
Deine Krankheit das Schwerste,
was wir gemeinsam erleben mussten.
Leicht der Tod, der Dich befreit hat.
Leicht der Flug deiner Seele,
die am Ende einer lebenslangen Suche,
angekommen ist.

Ich liebe Dich Paps,
für all die Wege, die ich mit Dir gehen durfte,
für die Emotionen, die Du mit mir geteilt hast,
für deine Stärke, die ich nun in mir spüre.
Danke, dass Du mir auch am heutigen Tag,
deine Hand gereicht hast,
wie zu unserer ersten Waldwanderung,
hast Du mich geleitet.

Ein letztes Mal, habe ich deinen Arm um meine Schulter gespürt.
Es war ein sanfter Abschied,
leise und still.

San, 24.04.2010
Gedanken zur Beerdigung meines Vaters