Wasserläufers Gedankenrettung

Ein Blick in die Tiefe einer Pfütze und kein Land in Sicht.
Da fährt ein Papierboot an mir vorbei dem Horizont entgegen.
Meine Gedanken steigen zu.
Ein Windhauch streift sich an Erinnerungen ab, es frischt auf.
Eine Wasserläuferfamilie fegt über die Oberfläche,
zieht sich an der Reeling hoch und blickt mich an. Ich schaue zurück.
Ferne Ufer grüßen, winkend mit frühlingsfrischen Grasarmen.
Das Papier schneidet die Welle und fährt ziellos in einen achtlos
liegen gelassenen Wasserbecher.
Sturm zieht auf, doch hier ist es herrlich still.

Als plötzlich ein spielender Kinderfuß aus dem Nichts, fußüber
den Becher samt Boot zermalmt.
Zu spät um das Rettungsboot meiner Gedanken zu Wasser zu lassen.
Sie springen über Bord, klammern sich an des Wasserläufers Beine.
Er trägt sie sorgsam zurück zu mir.

Ich nehme sie auf und wandere weiter. Über meine Schulter
haucht der Wind mir das Lachen meiner Kindheit,
das Geräusch quietschender Gummistiefel, nach.

Zuhause falte ich eine Origami-Wasserbombe und fülle Wasser hinein.
Meine Gedanken springen hinterher.
Das Fenster öffnet sich von alleine, mein Arm streckt sich
und wirft.

Meine Gedanken winken mir ein letztes Mal lächelnd zu und machen sich
wieder auf die Reise.

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2 Gedanken zu “Wasserläufers Gedankenrettung

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