Bücherwände

Ein Auge blinzelte müde unter den langen Wimpern hervor. Und starrt.
Wohin vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht durch die Wand, falls der Blick
es schafft, die Bücher zu durchschauen, die sie verstellen.
Eingekerkert in Bücher. Ist das ein schöner Gedanke? Auch darüber
muss ich nachdenken. Wobei, es wäre ja ein selbstgewähltes Gefängnis
in diesem Fall. Das Auge klappt vollends auf und starrt wie zuvor.
Wohin nur? In Blickrichtung steht ein Buddha, sorgsam umarmt von
weiteren Bücherstapeln. Eigentlich egal wohin das Auge starrt, denn beides
richtet das nach vorne starrende Auge doch stets auch nach innen.
Macht Sinn. Beginnt nicht jede unserer Reisen immer genau hier?
Wenden wir uns dem Unbekannten nicht erst zu,
wenn wir uns mit einem Blick nach innen vergewissert haben,
dass wir uns im Gepäck haben?

Das Auge klappt zu. Was war das?
Vielleicht nur eine kurze Unterbrechung des eigentlichen Traums.

 

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