Das Geheimnis der Traumschaumhüte.

Es war einmal zu einer Zeit als die Menschheit wie jeher in Kriege verstrickt war, den Glauben an ihre Politiker und geistigen Größen verloren hatte, nicht mehr wussten wo in dieser Zeit sie sich bewegen sollten, ohne aus dem System zu fallen. Da trug es sich zu, dass einzelne Menschen begannen nach dem Sinn zu suchen. Sie machten sich auf, warfen Tellerränder über Bord und übersprangen den ein oder anderen Zwang. Leider war es aber so, dass ihr Leben ihnen schon einen gehörigen Schrecken versetzt hatte und so liefen sie oft ziellos und ohne Rückgrat stetig im Kreis, gebannt von der Furcht die sie gefangen hielt.

“Wenn und Aber“, wurden wieder modern und man wog ab, wo immer es nur ging. Liebe ging als Massenware über die Theken der Bordelle und kaum Jemand nahm die Schwalben wahr, die kund taten das der Wind sich drehen würde. Ein paar Wanderer in dieser Zeit aber schafften sich Höhlen, in denen sie die Zeit überdauern wollten, ausharren und abwarten war ihre Devise. Lieder hörte man nur selten in dieser Zeit und wenn, dann kamen sie nur sehr leise aus den Kehlen hervor, um sich gleich darauf in einem großen Nichts wieder aufzulösen.

Zu dieser Zeit lebten auch der Katzenmann und die Sonnenfrau. Vom Schicksal kräftig durchgespült trugen sie aber noch immer in alter Tradition verhaftet, brav ihre Traumschaumhütchen, die ihnen Schutz boten, wenn die Sonne zu sehr brannte oder aber der Regen mal wieder die Sicht vernebelte. Dem Katzenmann hatte das Schicksal zwei wunderschöne Tiere zur Seite gestellt, die wenn man sie so sah, nicht Schutzbefohlene waren, sondern auch ihm Schutz gewährten. So hatten sie schon den ein oder anderen Kampf mit ihm ausgefochten und man spürte wie nahe sie so dem Katzenmann über die Zeit gekommen waren und ihm stetig sein Traumschaumhütchen mit neuem Mut befüllten.

Am anderen Ende dieser verdrehten Welt lebte die Sonnenfrau. Sie sang sich Mut an, natürlich nur im Geheimen, denn wie bereits erzählt, war das Singen in dieser Zeit irgendwo verloren gegangen. So sang sie in der Badewanne, aber immer mit dem Traumschaumhütchen auf dem Kopf, damit es die Noten einsammeln würde, um daraus irgendwann einmal ein neues wundervolles Traumschaumlied zu komponieren.

So lebten die Beiden nichtsahnend, dass es noch andere Menschen gab, die wie sie selbst die Kunst des Traumschaumhütens noch nicht verlernt hatte. Man muss wissen, der Traumschaumhut ist eine sehr alte Kunst, ein Handwerk und wurde über die Jahrzehnte von Generation zu Generation weiter gereicht. Doch viele Menschen hatten ihre Hüte über die Zeit abgenutzt, denn wenn man einen Traumschaumhut nicht stetig neu befüllt, kann er keine neuen Träume entstehen lassen oder aber die entstehenden Träume zerplatzen wie Seifenblasen.

Die Zeit verrann, die Menschen verrannten sich immer mehr im Kreisverkehr der leeren Träume und es sah so aus, als wenn bald kein Bauer mehr die Schwalben lesen könnte.

Eines Tages aber, die Sonnenfrau saß mal wieder in der Badewanne, das Traumschaumhütchen zum Bersten gefüllt mit neuen Noten, da spürte sie, dass sie fror unter den großen Schaumbergen vergangener Träume. Eine Gänsehaut vom kleinen Zeh bis in den letzten Zipfel ihres Traumschaumhütchens überkam sie und sie zitterte vor Trauer und Furcht. Das Traumschaumhütchen blubberte und blubberte und die Melodie ihres Lebens bekam eine unendlich melancholische Note dazu. Sie sang dagegen an bis das Herz in ihrer Brust zu zerspringen drohte. Ihr Vater, der ein begnadeter Traumschaumhütchenträger war, hatte seinen Hut ihr übergeben und war gegangen. Wie aber sollte sie beide Hüte tragen, ohne aus dem Gleichgewicht zu kommen? Fröstelnd stieg sie aus der Wanne, wickelte sich wärmend in ein Handtuch, rückte ihren Hut gerade und nahm seinen vom Sims und trug ihn mutlos unter dem Arm hinaus. Ihr Hütchen begann zu drücken und seiner war eindeutig noch immer viel zu groß. Was sollte sie nur tun?

Während sie sich so ihre Gedanken machte, kämpfte am anderen Ende der Welt der Katzenmann mit seinen Hüten. Denn auch er hatte gerade erst den Hut seines Vaters geerbt und trotz aller Hilfe seiner schwarzen Panther, wollten die Hüte einfach keine Träume mehr herstellen, zu viele hatten sie schon verbraucht. So beschloss der Katzenmann in die Welt zu ziehen, um sich der Größe seines Traumschaumhütchens und dem seines Vaters wieder anzugleichen. Er kämpfte und kämpfte und packte so viel Mut wie er nur finden konnte auf seiner Reise in die Hüte und da endlich kam das Schicksal gnädig um die Ecke.

Auf seiner Reise begegnete er irgendwann der Sonnenfrau, die noch immer statt neuer Töne, nur leises Schluchzen in ihre Hüte weinte. Die, man muss sie verstehen, daraufhin in Traumproduktionsstreik getreten waren. So kam es also das der Katzenmann und seine Panther, die Sonnenfrau und ihr Sonnenschein und insgesamt 7 Traumschaumhüte zusammen fanden und beschlossen, gemeinsam den Träumen wieder auf die Spur zu kommen. Sie stellten ihre Hüte in den Raum und befüllten sie mit aller Kraft und Stärke die sie finden und aufbieten konnten.

Das Wunder geschah, die Traumschaumhüte blubberten wieder, in den buntesten Farben flogen plötzlich die Träume hervor, so viele, dass kein Mensch sie alleine hätte träumen wollen. Sie aber suchten sich die passenden Träume heraus und beschlossen sie gemeinsam zu leben.

Doch dann kam das große Staunen, denn als das Leben wieder begann, standen sie eines Tages gemeinsam in der Tür. Diese hatte sich schon viel weiter geöffnet, man muss wissen, Traumschaumhüte sind auch wundervolle Türöffner, da hörten sie es deutlich, es blubberte überall um sie herum und aus manchem Fenster und aus vielen Türen auf dem Hof auf dem sie lebten, stiegen neue Träume auf. Die Wanderer der Zeit traten aus ihren Höhlen hervor. Die Welt wurde heller und die Schwalben trugen neue Töne aus aller Welt den Berg herauf.

Dankbar lächelten sie sich an, der Katzenmann, die Sonnenfrau, der Sonnenschein und die zwei Panther und übermütig warfen sie ihre Traumschaumhüte in die Luft, wo sie gemeinsam mit den Hüten anderer Menschen im Sonnenuntergang zu tanzen begannen und nach und nach Lebensfreude und Hoffnung zurück in die Welt trugen.

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